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SIL-Objektblatt zum Flughafen Zürich durch das BAZL vorgestellt

27.09.2016

SIL-Objektblatt zum Flughafen Zürich durch das BAZL vorgestellt

BAZL-Direktor Christian Hegner hat am Dienstag 27.09.2016 in Bern den mit Spannung erwarteten zweiten Teil des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) präsentiert. Mit diesem sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Sicherheit des Betriebs am Flughafen Zürich auch künftig weiter zu verbessern. Im Sommer 2013 hatte der Bundesrat das SIL-Objektblatt für den Flughafen Zürich verabschiedet (SIL1). Dieses basierte weitgehend auf der bestehenden Infrastruktur und dem aktuellen Betrieb. Mit der nun vorliegenden Anpassungen (SIL2) sollen die Grundlagen für wichtige Entwicklungsschritte des Flughafens gelegt werden.

Die grösste Herausforderung für den Flugbetrieb am Flughafen Zürich stelle heute vor allem der Betrieb bei Bise oder bei Nebel dar, hält das Bundesamt für Zivilluftfahrt fest. Werde bei solchen Wetterlagen mit Südabflügen geradeaus gestartet, könne die Sicherheitsmarge deutlich verbessert werden. Gerechnet wird mit etwa 13'000 solchen Starts pro Jahr. Mit dieser Vorgabe kommt der Bund den Anwohnern der betroffenen Zürcher Gebiete gleichzeitig etwas entgegen: Bei der Ausarbeitung war auch die Variante erwogen worden, Südabflüge geradeaus während der Spitzenzeiten oder "über den ganzen Tag hinweg" zuzulassen. Davon sieht das BAZL nun "aufgrund der zu erwartenden deutlichen Zunahme der Lärmbelastung" ab.

Weiter legt der Bund dem Flughafen nahe, den Flugbetrieb auf verlängerten Pisten zu ermöglichen. Eine Verlängerungen der Piste 28 (Richtung Westen) und der Piste 32 (Richtung Norden) sollen den Flugbetrieb beim Ostanflug stabiler machen. Laut dem Flughafen Zürichwären die Pistenverlängerungen zwingend, sollte Deutschland den Staatsvertrag mit der Schweiz ratifizieren und damit die Sperrzeiten über Deutschland verlängern. Heute wird der Ostanflug abends während der deutschen Sperrzeiten geflogen, an Werktagen ab 21 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen ab 20 Uhr. Mit dem neuen Staatsvertrag würde schon ab 18 Uhr von Osten her angeflogen. Hauptproblem beim Ostanflug: Die Piste 28 ist für die Landung grosser Maschinen bei Nässe und wenig Wind zu kurz.
 
Der SIL wird nun öffentlich aufgelegt. Private können sich bis am 8. November dazu äussern, die Gemeinden einen Monat länger und der Kanton bis Ende Januar. Im Juni 2017 wird der Bundesrat dann definitiv entscheiden.
 

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